Kajak Seabird „Expedition HV“ – Test / review

Veröffentlicht: August 25, 2013 in Review / Test
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Seabird Expedition HV

Hersteller : http://www.seabirddesigns.com/

Bezug : http://www.kajakprofi.de

Daten :    Länge 518 cm, Breite 59 cm, Höhe 38 cm, Volumen 345 Liter, Gewicht 27 Kg, Material 3 lagiges PE, 2 Stauluken, 2 Tagesluken, 3 Schotts, Steueranlage mit Schnelleinstellung, Tragegriffe statt Toggles

Preis : ca. 880,-€

high volume

high volume

Das Seabird Expedition HV ist ein sehr formschönes Tourenkajak, welches auch den Einsatz in nicht zu aufgewühlten Küstengewässern erlaubt. Durch die sehr lange Bauform kommen auch ungeübte Paddler hier schnell auf hohe Reisegeschwindigkeiten die mit einer sehr hohen Stabilität in allen Geschwindigkeitsbereichen einher geht.

Seabird Expedition HV

Seabird Expedition HV

Die Steueranlage ist sehr praktisch integriert, die Pedale sind mit einer gut „in rot“ sichtbaren Schnelleinstellung einstellbar und vor allem auch während der Fahrt z.B. bei Sitzpositionsänderungen nachjustierbar. Die Lenkung an sich ist sehr direkt und wie bei einem so langen Kajak zu erwarten unbedingt notwendig um engere Kurven zu fahren. Das Kanten des Kajaks hilft hierbei noch den Wendekreis deutlich zu verkleinern.

Steueranlage Expedition HV

Steueranlage Expedition HV

Ruderanlage

Ruderanlage

Die Einstiegsluke an sich ist sehr geräumig und besitzt neben einer  Sitzeinstellung auch die Möglichkeit die Oberschenkelstützen mit wenigen Handgriffen aber mit Werkzeug anzupassen. Damit passen diese wirklich an jeden Oberschenkel und bieten hier auch eine gute Fahrsicherheit. Die Rückenlehne ist nahe des Süllrands aufgehängt und kann dann mittels eines gut erreichbaren Seilzugs während der Fahrt im Winkel bzw. in der Grundspannung angepasst werden.

viel Platz

viel Platz

Für mehrtägige Touren war ich vor allem von den verschiedenen Staumöglichkeiten sehr begeistert, denn im Gegensatz zu den meisten Tourenkajaks gibt es neben der Tagesluke vor dem Sitz, noch eine weitere sehr geräumige hinter dem Sitz an die man ebenso gut herankommt. Die vordere Luke hat hier einen vergleichsweise sehr kleinen Stauraum, der aufgrund der Bauform nur bedingt Platz bietet, für ein paar Isomatten und einen Schlafsack reicht es aber immer noch. Die vordere Tagesluke besitzt eine nach vorne gezogene Neoprensocke, die es erlaubt das notwendigste während der Touren immer „Spritzwassergeschützt“ in der Nähe zu haben. Die hintere Tagesluke ist vergleichsweise sehr geräumig und bietet viel Platz für Getränke und Verpflegung z.B. ! Diese ist vorne und hinten separat abgeschottet. Für unsere Nord Ostsee Kanal Tour war diese nicht wirklich notwendig, aber so ab 3-4 Tagen sicherlich eine sehr interessante Sache. Die hintere große Stauraumluke bietet den größten Platz für Gepäck im Kajak. Hier geht so einiges rein. Einziges kleines Manko ist jedoch genau die vorher als positiv beschriebene zweite Tagesluke, die durch ihr separates Schott wiederrum sehr viel Platz kostet in der hinteren Luke. Komfort VS. Stauraum ! Ob die einfachen Staulukenabdeckungen wirklich dicht sind kann ich nicht wirklich sagen. Es ist auf unseren Touren kein Wasser eingedrungen. Allerdings sind die Abdeckungen etwas schwer zu befestigen und ich vermute das bei einer Kenterung schon der ein oder andere Tropfen eindringen kann, da die Abdeckungen nicht sonderlich flexibel sind. Aber noch mal…ich vermute dieses nur. Villeicht liege ich hier auch völlig falsch.

Seetauglichkeit ?

Seetauglichkeit ?

Vom Material her ist das Expedition HV sehr schön verarbeitet und lässt hier vor allem für diesen Preis keine Wünsche offen. Das 3 lagige PE ist sehr strapazierfähig und verzeiht einem so manchen Aufsetzer auf dem Strand sowie auch auf Kieseln und Steinen.

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Im vorderen Decksbereich gibt es eine extra Aussparung für einen Deckskompass, diverse Gepäckhalter in Form von Gummiseilen und dem vorderen Tragegriff. Hier muss unbedingt erwähnt werden, dass diese Griffe für ein Seekajak ungeeignet wären, da bei einer Kenterung in der Brandung ein festhalten am Kajak sehr gefährlich wäre. Ohne Toggles kann man sich hier schnell die Hand oder sogar den Arm brechen. Im hinteren Decksbereich gibt es noch weitere Gepäckhalter auf dem Deck, die wir z.B. für ein Paddelfloat und eine Lenzpumpe genutzt haben. Hier wäre eigentlich noch deutlich mehr Platz für größere Gepäckstücke. Dafür müsste hier allerdings umgebaut werden.

Pro :

– sehr komfortabel, schnelles Kajak, günstiger Preis, gute Verarbeitung, Vielseitigkeit, gute Lenkung, hohe Stabilität, zweite Tagesluke, geringes Gewicht für ein PE Kajak

Contra :

– Platzverlust durch zweite Tagesluke, Tragegriffe statt Toggles, einfacher Sitz, einfache Staulukenabdeckung (dicht???)

Fazit : Das Seabird Expedition HV ist ein sehr günstiges und schön verarbeitetes Touren- /Seekajak welches eine sehr hohe Stabilität in allen Bereichen mit einem guten Komfort bietet. Wer nicht zwangsläufig für zwei Wochen Gepäck dabei hat erwirbt  hier ein tolles Kajak ! Gerade auch für großen Menschen ist dieses sehr gut von den Platzverhältnissen geeignet und wer nicht unbedingt in der Brandung unterwechs ist kann hier wirklich guten gewissens zuschlagen.

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Kommentare
  1. kajakcamper sagt:

    Ich hab das Kajak auch und bin sehr zufrieden damit. Nur der Sitz ist recht unkonfortabel, nach längerer Fahrt schmerzt der Hintern gewaltig. Abhilfe hat hier ein dünnes Schaumstoffkissen gebracht. Seitdem keine Probleme mehr.

    Sehr informative und coole Seite übrigens 😉

    • Tomcore sagt:

      Ja das stimmt absolut….nach drei Tagen tat der Hintern echt weh. Da gibt es sicherlich viele Möglichkeiten. Ich saß zuletzt auf meinen Schwamm 😄 – die Rückenlehne ist auch etwas unkomfortabel wenn man mit nackter Haut daran scheuert. Ich überlege mir sogar beide neu zu beziehen…! Vielen Dank für das Kompliment. Wir geben uns große Mühe brauchbare Informationen zu sammeln sind aber auch noch voll im Lernprozess. Liebe Grüße aus Wedel – Thomas

  2. Esteban sagt:

    Hallo, hatte mir das Seabird als erstes Kajak gekauft und fand es extrem kipplig ( als Anfänger damals ) „also guten Gewissens zuschlagen“ würde ich hier eher nicht empfehlen, lieber Probefahren. Ich wurde mit dem Rundspant nicht warm ( fand das Kajak optisch wunderschön, die Schwedenform ), aber mein jetziger Wilderness Tsunami 165 ist bei fast gleichen Abmaßen, ähnlich schnell ( kommt eh mehr auf den Paddler an ) und hat eine sehr viel höhere Anfangsstabilität.

    • Tomcore sagt:

      Hallo Esteban, danke für deinen Kommentar. Du hast vollkommen recht, probefahren macht immer Sinn. Mir ging es ähnlich am Anfang. Jedoch hat sich für mich schnell herausgestellt dass es mehr ein kippeliges Gefühl als tatsächliche physische Kippeligkeit ist. Das kann aber natürlich auch dazu verleiten sich nicht wohl zu fühlen. Im Artikel präsentiere ich auch nur meine Meinung und meine Einschätzung dazu. Das muss nicht für jeden gleich gelten. Daher, danke für deinen Kommentar und Hinweis.

  3. Rennsemmel sagt:

    Hallo liebe Interessenten,

    dies war im Verein mein erstes Boot und ja, es erschien den meisten – und auch mir – sehr kippelig. In den Anfängerkursen kentern immer wieder welche, weil der leichte Rundspant sein Attribut zollt. Auf einem engen Fluss lässt es sich mit viel Ankanten (ohne Steueranlage) noch ganz gut wenden. Als Anfänger war das auch gleich eine Herausforderung.

    Jetzt nach langer Zeit fahre ich das Boot wiedersehr gerne, denn es ist sehr schnell und geht gut durch hohe Schiffswellen auf den großen Flüßen. Die Rückenlehne ist in den meisten Booten ungeignet und sollte entfernt werden. Mit Wingpaddel und korrekter Rotation scheuert sich der Rücken auf. Leider lässt es sich in einem Vereinsboot nicht so leicht entfernen. Ansonstem kann ich dem Testbericht nur zustimmen (wobei es nicht im Seeeinsatz war). Das Cockpit ist sehr geräumig und bestens für große Männer mit langen Beinen gemacht. Qualität und Verarbeitung sind ob des Preises auf einem sehr hohen Niveau.

    Die Lukendeckel müssten überarbeitet werden, sie sind nur sehr schwer zu befestigen – während des Fahres nahezu unmöglich, da eine hohe Kraft benötigt wird.

    Das Gewicht ist nach einem Jahr Krafttraining und mehr Muskeln ohne Probleme zu stemmen, so dass kein Bootswagen gebraucht wird.

    Und ja: Inzwischen ist das Boot (nach Fahrten mit einem Wildwasser-Abfahrtsboot) nicht mehr kippelig, man kann es gut ankanten und die hohe Endstabilität lässt es für mich als nicht kenterbar titulieren.

    Gerade für den oft ermäßigten Preis des Boots eine klare Kaufempfehlung.

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