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1. Tag, Freitag 23.05.2014

Um 13 Uhr hole ich Nico mit seinem Gepäck ab und während wir auf Karo und Leppi warten, die nach dem Tourstart so lieb sind und das Auto zurück nach Wedel bringen entschließen wir uns schon einmal das Auto zu beladen und die Kajaks auf dem Dach fest zu verschnüren. Da Leppi und Karo nach der Arbeit im Stau stehen haben wir viel Zeit und sind fertig, noch bevor die beiden da sind. Es ist ca. 17:30Uhr und das einzige was noch fehlt ist mein extra für die Tour bestellter MUSUCBAG. Ein Schlafsack der eine deutlich größere Bewegungsfreiheit besitzt als normale Schlafsäcke. Dazu mehr in der zugehörigen Review der Musucbags. Nach einem kurzen Telefonat stellt sich heraus das dieser vor wenigen Minuten bei entfernten Nachbarn abgegeben wurde.Also auch diesen schnell anprobiert, eingeladen und als die beiden  endlich da waren endlich losgefahren. BMW packen

Mittlerweile war es schon recht spät und der Start um 05:00 Uhr morgens in Tschechien war schon nicht mehr möglich. Gegen 05:00 Uhr haben wir Polen für 10 Minuten durchfahren und waren jetzt in Tschechien mitten im Riesengebirge. Das erste was uns auffiel waren die steilen Straßen mitten im dunkelsten Wald auf denen man angeblich 80 fahren können sollte. Wir haben uns aus Sicherheitsgründen deutlich darunter befunden was offensichlich den ein oder anderen Tschechen etwas störte und diese überholten uns sehr zügig.

Was wir nicht erwartet hatten war die reiche Tierwelt. Schon auf dem Hinweg entdeckten wir an der Straße einen kleinen Luchs, Wildschweine, einen Hirsch, große Frösche und einen Falken, der mit einer erbeuteten Taube auf der Straßenlaterne saß. Erstaunlich. Das fing ja klasse an und machte deutlich Freude auf mehr. Gegen 06:00 Uhr kamen wir südlich von Spindlermühle an einem kleinen Ort an und durften aufgrund der aufgehenden Sonne die ersten Berge und Gebäude sehen. Ein toller Anblick. Die kleine Kirche auf dem Berg sah aus als wäre sie direkt in den Stein gehauen. Nach etwa 14 Stunden Fahrt und 22 Stunden des Wachseins begeistert man sich schneller als sonst.

BergkircheWir waren also in Tschechien, dem Land in dem die Elbe, hierzulande Labe, entspringt und waren gewillt entgegen unserer eigentlichen Tourstartrichtung den ersten Ort zu besichtigen an dem man das noch quellfrische junge Flüsschen besichtigen kann. Also ging der Weg zuersteinmal nach Spindlermühle, wo wir dann die Zeit für eine kleine Pause und viele Fotos nutzen konnten. Ein erhebendes Gefühl den Fluss an dem man bereits sein ganzes Leben verbracht hat einmal hier an der Quelle zu sehen. Spindlermühle ist ein kleiner Skiort oben im Riesengebirge unweit der polnischen Grenze. Hier kann man offensichtlich viel sehen und es gibt trotz der sehr überschaubaren Größe des Ortes sehr viele touristische Einrichtungen und Hotels. Da es aber gerade einmal 06:30 Uhr war konnten wir jedoch nicht viel davon sehen. Es war ruhig und menschenleer. Spindlermühle 1

Das Wasser der jungen Elbe wirkt hier noch sehr rein und sauber. Kein Müll, keine Trübung und es gibt keine Möglichkeit auch nur in die Nähe des Wassers zu kommen. Es wird langsam immer später und wir entschließen uns dazu nach Nemojov zu fahren, da wir ja an diesem schönen Morgen noch etwas vorhaben. Langsam gibt unser Gratis Internetvolumen den Geist auf und die Navigation per Karte wird immer schwieriger. Gegen 08:00 Uhr erreichen wir Nemojov. Wir bekommen keine Möglichkeit auch nur in die Nähe des Wassers zu kommen. Alles stark bewaldet und keine Brücken weit und breit. Durch die Bäume sehen wir das Ufer, welches steil nach unten verläuft. Keine Chance die schwer beladenen Kajaks hier einzusetzen. Wir entscheiden uns dazu weiter zu fahren in den nächsten größeren Ort Jaromer. Auch hier finden wir zunächst keine gute Einstiegsmöglichkeit und müssen etwas suchen bis wir mitten in der Stadt in einer Plattenbausiedlung neben einer Brücke eine Stelle finden an der wir zumindest mit nur mäßiger Anstrengung zur Elbe hinunter können um dort einzusetzen. Sofort laden wir die Kajaks ab und das Auto aus. Die Boote beladen wir sehr sorgfältig und fragen uns ununterbrochen….“Wie soll das alles dort nur hinein passen ?“… Der 10L Wasserkanister von Nico ist in der hinteren Tagesluke des Seabird verstaut und wird nun mit frischem Flaschenwasser randvoll befüllt. Tatsächlich haben wir fast alles in die Kajaks hinein bekommen und wie geplant befestigt jeder noch einen Packsack mit Kleidung und Schlafsack auf dem hinteren Deck. Nun geht sie also los unsere große Tour. Ich habe seit 24 Stunden nicht eine Minute geschlafen und auch Nico hat nicht sehr lange die Augen zugemacht. Wir sind nervös, voller Vorfreude und größtem Respekt. Der Abschied von Karo und Leppi verläuft mit ein paar Tränen der Angst und der Tatsache sich 14 Tage nicht zu sehen. Wir fahren los. Die Kajaks gleiten voll beladen die Böschung hinab und wir können endlich einsetzen. Aus Rücksicht auf Akkulaufzeit und Speicherkartenvolumen verzichten wir vorerst auf die Gopro und Leppi macht die Fotos unseres Aufbruchs (folgen noch und werden eingefügt). Wir starten, sind voller Energie, wollen viele Kilometer schaffen und sind hoch motiviert. Da passiert es. Nach 300 Metern eine Staumauer. Wir sind angespannt aufgrund der Ströumung der jungen Labe und der Unübersichtlichkeit. Wir steigen am rechten Ufer aus und müssen die schwer beladenen Kajaks ( á ca 80 KG ) die Böschung hinauf ziehen. Die pralle Sonne macht es uns nicht leicht und wir sind froh als wir nach gut 30 Minuten auf der anderen Seite weiter paddeln können. An diesem Tag müssen wir 6 Mal Staumauern, Wehre und ähnliches umtragen und sind dabei knapp 4 Stunden in der prallen Sonne auf dem Land am tragen. Uns fallen die vielen sehr freundlichen und erstaunten Menschen am Ufer auf die uns alle mit einem fröhlichen Ahoj begrüßen und verabschieden. Kajakfahrer scheinen hier seeeehr selten zu sein auf der Ecke. Ohne Schlaf seit mittlerweile 38 Stunden werden wir langsam sehr müde. Nachdem wir die Stadt Hradec Kralove passiert haben und auch dort mitten in der Stadt eine große Staumauer passieren mussten war es langsam spät und gegen 20:00 Uhr im halb dunkeln suchten wir nach einer Möglichkeit für die Nacht unser Lager aufzuschlagen. Überall  nur hohes Ufer und hohes Gras. Keine idealen Bedingungen. Nach 4 erfolglosen Inspektionen an Land und mittlerweile schon knapp 21:00 Uhr entdecke ich auf der rechten Flussseite kleine einfache Häuschen, die wie Schrebergärten aussehen. GemeinschaftshausVor dem mittleren Haus ein Steg und eine Dame, die vor der Tür stand. Das ist unsere Chance dachte ich mir. Dort gibt es gemähtes Gras und ggf. nette Bekanntschaften zu machen. Also fahre ich hinüber und spreche die Dame auf englisch an. Keine Chance. Mit Händen und Füßen versuche ich sie zu fragen ob wir die Nacht unsere Zelte auf Ihrem wunderschön gepflegten Rasen aufstellen dürfen. Sie lässt uns erst einmal aussteigen und drückt mir 3 Minuten später ihr Handy in die Hand. Am Telefon ihre Schwägerin, die sehr gut deutsch spricht. Was für ein Glück. Sie fragt mich was wir denn wollen. Und ich bitte sie nur darum die Nacht dem Rasen nutzen zu dürfen. Ansonsten sind wir autarke Selbstversorger. Sie entgegnet mir, das es natürlich überhaupt kein Problem sei und das wenn wir irgendetwas brauchen sofort bescheid sagen sollen. Ich bin baff. Nach dem Angebot das wir Tee, Kaffe, etwas zu Essen bekommen können oder was immer wir brauchen bin ich echt sprachlos. Wir wollen ja niemanden stören oder zu nahe treten, nicht zuletzt da wir ja fremde sind. Dieses Gefühl hat sich jedoch schnell verabschiedet, nachdem unsere nassen Kleidungsstücke professionell zum trocknen aufgehängt wurden und wir plötzlich mit am Tisch sitzen. Tschechische GastfreundschaftKaum umgezogen bekommt jeder von uns eine große Tasse mit frisch zubereiteter köstlicher Suppe und es kommen immer mehr interessierte an den Tisch. So viel Gastfreundschaft hat uns schlicht umgehauen. Ich koche ersteinmal Kaffe in meinem Perkolator für alle. Da wir ohne das Handy Schwierigkeiten haben uns zu verständigen reden wir viel mit Händen und Füßen und dank Karo und einigen Brocken polnisch kann ich mir so einiges zusammenreimen. Ein richtig netter Abend. Vor allem als dann plötzlich eine Dame am Tisch steht die sehr gut englisch spricht und sehr an unserer Geschichte interessiert ist. Wir erklären ihr unser gesamtes Vorhaben und sie übersetzt am Tisch für alle was unser Projekt ausmacht und warum wir das ganze machen. Alle sind begeistert und plötzlich kommt eine Dame mit einer auflaufform voller Leckerein an. Extra für uns. Nach dem seeehr langen Tag ein warmes Essen….der Wahnsinn ! Wir sind beide schon ziemlich satt und werden noch zum sehr guten Tschechischen Bier eingeladen und verbringen den Abend in der Gruppe. Auf einmal steht eine der Damen auf und ruft am Wasser immer Waschiku…..Waschiku…da kommt doch tatsächlich ein Fischotter an und bettelt. Sie wirft ihm einen kleinen Fisch zu und dieser verspeist diesen genüsslich auf dem Rücken Elbabwärtstreibend. Was für eine tolle Nacht. Es ist schon spät und wir wollen ja sehr früh wieder los. Also ab ins Zelt und schlafen. Campfeuer TunnelzelteWir unterhalten uns noch eine Weile über diesen Atemberaubenden ersten Tag und unser großes Glück diese netten Menschen getroffen zu haben und schlafen dann völlig erschöpft ein. Insgesamt inkl. Fahrt waren wir ja auch schon ca. 42 Stunden wach und haben neben 30 Kilometern paddeln auch wie schon beschrieben 6 Mal umtragen müssen. Das hat echt geschlaucht. Der Musucbag ist klasse. Ich kann mich trotz Schlafsack frei bewegen….was für ein Luxus.

 

Tag 2. 25.05.2014

Am nächsten Morgen ist es schon deutlich später als erhofft. Wir haben verschlafen und es ist schon 08:00 Uhr. Also schnell alles in die Boote und los. Doch ganz so einfach war es dann doch nicht. Wir wollten niemanden stören, aber alle warn schon wach und sehr bemüht uns zu versorgen. Kaum aufgestanden wurden wir direkt in das Haus eingeladen wo auf uns der reich gedeckte Frühstückstisch wartete. Tschechisches FrühstückWow damit hatten wir nicht gerechnet. Es war ein bisschen so als wenn man nach 20 Jahren nach Hause zurückkehrt. Das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Das beste war jedoch der Kuchen. Selten haben wir so leckeren Kuchen gegessen. Klasse ! Nico war der Meinung das wir unverschämter Weise nachfragen sollten ob wir noch Kuchen für später mitnehmen können. Ich konnte das nur bestätigen. Wir fragten nach nur einem kleinen Stück. Das ließ sich die Dame nicht zwei Mal sagen und schnitt uns von beiden Kuchen große Stücke ab. Es war ein bisschen wie bei Mama die einen Versorgt und sich freut wenn man noch mehr isst. Ein toller Morgen. In dem Haus fiel mir eine kleine Statue auf, die wie eine Meerjungfrau aussah….aber Moment. Die sieht ja genau so aus wie die frendliche Kuchenbäckerin….tatsächlich. Und so musste ich um ein Foto bitten mit beiden zusammen. Meerjungfrau Jetzt wurde es langsam Zeit die Zelte abzubauen und uns wieder auf den Weg zu machen. Am liebsten wären wir geblieben. So viel Gastfreundschaft und Selbstlosigkeit waren überwältigend. Aber wir wollten ja die Damen und Herren auch nicht unnötig mehr als notwendig stören in ihrem wunderschönen idyllischen Paradies. Jetzt fing es an. Alles was noch am Vortag in das Kajak passte war nun deutlich zu viel und nachdem das Kajak voll war lag noch die Hälfte an Gepäck vor dem selben. Komisch. Wie kann das nur sein. Also alles noch einmal neu gepackt und etwas vereinzelt und schon passte es wieder. Glück gehabt. Mit den fertigen Booten und bereits in voller Ausrüstung mussten wir mit allen noch Fotos machen. Klasse Idee. Ich hoffe wir bekommen die Fotos noch. Es war eine unglaublich tolle Erfahrung trotz Sprachbarrieren und der Tatsache das wir absolut fremde sind wurden wir wie Familie umsorgt. Ein bisschen traurig jedoch sehr dankbar setzten wir die Kajaks wieder ein und starteten in den neuen Tag. Gut gestärkt und halbwegs ausgeschlafen waren wir voller Energie und dank der prallen Sonne haben wir ersteinmal alles inkl Schwimmweste, Spritzdecke und Funktionsshirt abgelegt und die Sonne genossen. Noch am Morgen war die Dame so nett und hat uns unsere Thermoskannen aufgefüllt. Damit hatten wir Tee für den ganzen Tag. Nach ein paar Kilometern kamen wir wieder an ein großes Wehr. Dieses war vergleichsweise riesig und die Strömung sehr stark. großes WehrWeder links noch rechts gab es irgendeine Möglichkeit an diesem vorbeizukommen und um das ganze zu prüfen stieg ich an der linken Seite aus um mir von einem höher gelegenen Punkt einen Überblick zu verschaffen. Wie gewohnt und voller Motivation stiegt ich aus während Nico mein Kajak sicherte. Etwas die Böschung hoch und auf ein steiniges Stück an der Steigung. Plötzlich springt eine große Kreuzotter ein paar Zentimeter von meinem Bein entfernt weg. Ich glaube der Schreck war auf beiden Seiten etwas gleich groß und ich war sehr froh das es nicht anders ausgegangen ist. Vermutlich wäre ich an einem Biss nicht gestorben, aber ich war sehr froh das die Schlange das Weite gesucht hat. Damit hatten wir beide nicht gerechnet. Wieder eine Spur schlauer war uns klar das es nur eine Möglichkeit gab das Wehr zu passieren. Mittendurch. Da das aber mit den Kajaks nicht möglich war aufgrund des Gefälles, der starken Strömung und der Felsen und Baumstämme im unteren Bereich musste eine Notlösung her. Ich entschied mich das Versuchskanninchen zu sschwierige Stelleein und balancierte auf einem etwa 20 cm breiten Seitenstreifen während ich das Kajak an der Hand führte. Ich habe jedoch die Strömung deutlich unterschätzt und so drehte sich das Kajak auf einmal und drohte mich mit nach unten zu reißen. Mit viel Panik und Mühe konnte ich es halten und auf der anderen Seite kurz vor der der steilen Schwelle auf das Ufer ziehen. Was für eine Aktion. Als Nico mit seinem Seabird hinterher kam konnte ich ihn von unten unterstützen damit das ganze bloß nicht noch einmal passiert. Geschafft, wir waren safe ! Völlig fertig von der Kreuzotterbegenung und dem beinahe Supergau haben wir die Zeit genutzt um kurz ein paar Minuten zu verschnaufen und uns im Wehr ein bisschen abzukühlen. Wir hatten mittlerweile knapp 30 Grad und die Erfrischung tat uns echt gut. Nico im WehrThomas im Wehr

Da wir jedoch wieder einmal knapp 2 Stunden an Zeit verloren hatten machten wir uns zügig auf den Weg. Unten in der Strömung trainierte ein Kajakfahrer das fahren in Stromschnellen. Dabei beobachtete er unsere Aktion sehr genau. Helfen konnte auch er nicht da es keinen Weg nach oben gibt. Wir haben es ja auch so geschafft. Unten angekommen haben wir uns noch kurz mit ihm unterhalten. er trainierte für eine Wildwassermeisterschaft in Österreich im Juni und da es außer diesem Wehr recht ruhig zugeht auf der Elbe hat er dieses für sein training genutzt. Wieder einmal eine sehr nette Begegnung. Wieder auf dem Weg zieht der Himmel plötzlich zu. Es beginnt zu tröpfeln. Wir ziehen unser ganzes Equipment und die Regenjacken an und kaum fertig verparegen labe 2ckt bricht der Himmel auf und es beginnt zu blitzen und zu donnern wie noch nie in meinem Leben erlebt. Soviel Regen auf einmal habe ich noch nie erlebt es tut richtig weh wenn die Tropfen auf den Kopf knallen.

 

regen labe 3

 

 

 

 

 

 

 

Als wären der Regen und das schreckliche Gewitter noch nicht genug gewesen kommt auch noch Sturm auf und Murmelgroße Hagelkörner knallen uns auf die Köpfe. Nirgends gab es eine Möglichkeit aus dem Wasser zu kommen oder sich zu schützen und so entschließen wir uns in diesem Mistwetter weiter zu paddeln in der Hoffnung auf einen Baum der über das Wasser hängt oder eine Brücke. Nach einigen Minuten finden wir einen Baum der uns zumindet vor dem Hagel ein wenig schützt. Was für ein Tag dachten wir uns. Der Regen wechselte sich noch ein paar Mal mit dem schönsten Sonnenschein ab und zeitweise verbachten wir unseren Tag in der Strömung unter einer Brücke und konnten ein paar Tschechen beim Angeln im strömenden Regen beobachten. Nach dem Regen folgt wieder einmal die pralle Sonne und diese bleibt uns dann für diesen Tag auch erhalten. Da wir ordentlich Kilometer schaffen bleibt uns auch die Zeit für eine kleine Pause und ein paar Fotos. Nico 65Die Landschaft in diesem Bereich ist wunderschön und sehr naturbelassen. Ständig liegen große Stämme im Wasser die dem Wind und den Gewittern nicht standhalten konnten. Dadurch wird es nie langweilig. Auf dem Weg begleiten uns hunderte Libellen und viele landen zum verschnaufen und zur Paarung auf unseren Decks. Einziger Wehrmutstropfen sind die Unmengen an Müll und Flaschen die auf dem Wasser treiben. In Tschechien gibt es keinen Flaschenpfand und auch sonst offensichtlich nicht viel Interesse am Umweltschutz. Dieser Gedanke drängt sich einem zumindest auf wenn man sieht was sich alles in den Bäumen am Ufer und in den Gräser verpfängt. Wohlgemerkt ist die Labe bis hier hin nicht durch viele bewohnte Gebiete gekommen. Der Großteil der Strecke ist ursprünglich und natürlich. Nur ab und zu ein Radwanderweg auf dem man die Radwanderer beobachten kann. Libelle Labe

Wenn man sich auf so einer Tour erst einmal bewusst wird über die reichhaltigkeit der Natur und diese unglaublichen Begegnungen, so erfüllt einen diese Achtlosigkeit mit Traurigkeit und am liebsten möchte man alles einsammeln und wegwerfen. Da wir aber schon so voll beladen sind können wir das leider nicht tun. Wäre aber eine schöne Idee für ein weiteres Projekt.

Nach 10 Minuten Rast geht es weiter in Richtung Pardubice, der nächsten etwas größeren Stadt. Hier gibt es wie könnte es anders sein ein großes Wehr. Durch die Anlagen in der Stadt und die Anleger ist zumindest das aussteigen aus den Booten recht einfach und mit viel Mühe ziehen wir an der rechten Elbseite die Kajaks den Berg hinauf. Das Einsetzen auf der anderen Seite ist etwas schwerer und mit ein bisschen Geduld schaffen wir es wieder einzusteigen und uns von der Strömung aus der Stadt spülen zu lassen. In Pardubice machen wir erneut viele nette Bekanntschaften und viele bieten uns an beim tragen zu helfen. Wir verteilen fleißig Karten mit der Info zu unserer Website Kajakaction.de und die Menschen sind begeistert. Hier in den Städten sprechen viele der jüngeren Leute auch gut Englisch. Das hilft uns doch das ein oder andere Mal weiter um an Informationen zu kommen, fast genauso viele sprechen jedoch auch deutsch, was uns doch sehr überrascht. Bei herausfahren aus der Stadt platscht etwas ins Wasser, jedoch war es dieses Mal viel lauter als bei den unzähligen Fischen die tagtäglich aus dem Wasser springen. Beim Blick nach links sehen wir noch in der Stadt ein großes Loch in der Mauer aus dem uns eine Fischottermutter mit ihren beiden jungen ängstlich anschaut. Die jungen sind sofort in den Bau und die Mutter stellte sich schützend davor. Da wir aber fix unterwegs waren war dieser Schrecken für sie nur von kurzer Dauer. An diesem Tag folgen noch zwei weitere große Staustufen und wir müssen sehr mühsam in der prallen Sonne umtragen. Wir haben seit unserem Aufenthalt bei den freundlichen Tschechen nichts mehr gegessen. Doch halt….wir haben uns an diesem Tag noch den Kuchen geteilt den wir als Wegzehrung mitbekommen haben. Das war unsere Rettung. Um jedoch etwas zu kochen reicht unsere Zeit nicht und es wäre auch zu umständlich gewesen da wir dazu das halbe Kajak hätten ausräumen müssen. Durch die Wehre haben wir schon enorm viel Zeit verloren und so nehmen wir uns vor abends etwas zu uns zu nehmen auf unserer nächsten Rast. Das vorletzte Wehr dieses Tages erreichten wir schnell und mussten feststellen das es ein riesen Akt sein würde zu umtragen. Mehr als 500 Meter in der immernoch prallen Sonne. Umtragen Nico

Wir nutzen diese Gelegenheit für ein wenig Pause im Schatten. Wir haben beide Kopfschmerzen und viel zu wenig getrunken. Unsere Flaschen sind bereits leer und an den 10L Wassertank kommen wir nur mit großem Umstand heran. Leider gibt es auch hier weit und breit nichts zu kaufen außer Eis und so entschließen wir uns zur kurzen Pause. Nachdem wir die Kajaks auf der anderen Seite ans obere Ufer gelegt haben ruhen wir uns etwas aus. Nach vielleicht 20 Minuten entschließen wir uns dazu die Kajaks nach unten zum Wasser zu bringen und weiter durchzustarten. Die Strömung ist stark so dicht an der Staustufe und wir werden zu einzelkämpfern. Nico fährt vor und ist nach kurzer Zeit kaum noch zu sehen. Ich steige ins Boot und will los. Mist das Ruder klemmt. Ich habe vergessen die Sicherung zu lösen und bin schon in der vollen Strömung. Da fällt mir ein, das das Ruder beim Touryak 500 ein Komfortzubehör ist und ich paddle erst einmal so weiter zu Nico der mir dann hilft und den Gummi vom Ruderblatt löst. In der Strömung ist es gar nicht einfach die Richtung zu halten und ich fühle mich ein bisschen wie ein Spielball im Wasser. Diese aktion hat wieder einmal zusätzlich viel Kraft gekostet. Nico löst das Ruderblatt und wir fahren weiter. Es fängt zwar langsam an zu dämmern aber wir entscheiden uns in die Nacht zu fahren, da wir schon zu viel Zeit verloren haben. Großes Wehr Labe Jedes Mal wenn wir uns dachten das es beim nächsten Wehr nicht schlimmer werden könnte als beim letzten, wurden wir bitterst ettäuscht. So schön auch die Bauwerke mitunter waren so sehr kostete uns das Umtragen auch Kraft und Motivation. An dieser Staustufe vom Bild rechts angekommen steige ich auf der mittleren Schleusenmauer aus und erkunde das Gelände. Wir haben bei keiner Schleuse die Hoffnung auf ein mögliches durchschleusen verloren. Leider war auch hier kein Mensch zu sehen. Viele Fenster und Türen waren offen und sogar drinnen lagen Schlüssel, Schuhe und Zigarretten als wäre jemand da. Doch trotz all unserem rufen … niemand da. Nico entschließt sich dazu das nähere Gelände zu erkunden und einen Weg zu suchen. Nach gut 15 Minuten ache ich mir Sorgen. Nico ist immernoch nicht da. Das kann nur 2 mögliche Gründe haben. Entweder es ist etwas passiert oder das passieren ist unmöglich und er sucht immer noch bzw der Umtrageweg ist enorm weit. Da taucht Nico relativ gelassen wieder auf und berichtet von einem möglichen Weg, der zwar ca. 500 Meter weit ist aber recht gut zugänglich. Nur das Einsetzen wird schwer werden auf der anderen Seite. So machen wir es. Wir mühen uns ab und schaffen es tatsächlich die Boote bis zur anderen Seite zu bringen. Wir hätte ja auch ansonsten keine Wahl gehabt. Dieses Gefühl des MÜSSENS motiviert uns jedoch jeden Tag aufs neue.umtragen tag 2

Umtragen Tag 2 2

 

 

 

 

 

An der anderen Seite angekommen hat Nico nicht zuviel versprochen. Nachdem er eine Zecke an seinem Bein entdeckt hat die er aber glücklicherweise ohne das sie zustechen konnte entfernt hat begutachteten wir die einzige mögliche Stelle an der wir wieder einsetzen können. Es wird immer dunkler und wir entscheiden uns dafür das es jetzt schnell gehen muss bevor wir kein Licht mehr haben und nicht sehen können wo wir hintreten. KaittsDie Böschung fällt steil ab und ist stark bewachsen. Keine ideale Stelle aber die einzige die wir haben. Die Boote müssen frontal ins Wasser und alles was wir haben um diese zu dirigieren sind der Tampen am Heck und unser Paddel mit dem wir nach der Luke fischen um das Boot zu drehen. Wir beginnen mit meinem Touryak 500 von Prijon welches so schwer beladen bei diesem steilen Winkel zu kippen neigt und fast bis zur Luke komplett eintaucht. Gerade kurz bevor diese geflutet wird taucht das Boot hinten wieder auf und dreht sich ungünstig in die Strömung. Mit ein bisschen Geduld schaffe ich es das Boot seitwärts am Ufer zu positionieren und taste mich mit den Füßen vorsichtig am steilen glitschigen Ufer nach unten. Ein Test mit dem Paddel zeigt das es hier nicht seicht nach unten sondern direkt gerade hinab geht. Ich kann schon direkt am Rand den Grund mit dem Paddel nicht ertasten und festhalten oder eine Paddelstütze ist nicht möglich. Da auch Nico mir kaum Beistand leisten kann aufgrund des geringen Platzes versuche ich e alleine. Ein Versuch und 50:50 Chance das ich trocken bleibe. Steiles Ufer LabeAuf dem unteren Bild sieht man gut wie ungünstig diese Stelle zum einsetzen ist. Für uns jedoch vorerst ein großer Gewinn. Ich schaffe es ein Bein ins Boot zu bekommen und da passiert es. Ich kann mein anderes Bein am Ufer kaum halten und das Boot drückt sich vom Ufer weg. „Spagaaaaat“. Im letzten Moment schafft Nico es mir seine Hand zu reichen und mich wieder etwas heranzuziehen. Boah das war knapp denke ich mir. Ich spare mir die Spritzdecke zu schließen oder ähnliches und helfe Nico vom Wasser aus das Boot zu positionieren und zu stützen. Bei ihm gab es ein ähnliches Szenario. Doch zwei Boote nebeneinander wirken ein bisschen wie ein Katamaran und bieten viel Stütze. So schafft auch er es in sboot ohne nass zu werden. Die Nacht bricht nun langsam herein. Es wird immer dunkler aber wir wundern uns darüber das die Sonne in extremer Zeitlupe unterzugehen scheint. Ein erhebendes Gefühl so in der freien Natur und dann in der Nacht. Immer mehr Insekten mischen sich unter die ohnehin schon störenden Pollen die eh schon wie Schnee in der Luft liegen. Die Fische springen und schnappen nach den Insekten. Es ist völlig ruhig….bis auf den Kuckuck der uns schon seit gefühlten 100 KM begleitet. Ohne Pause scheint er seinen Ruf auszuüben. Als Arbeitnehmer sicherlich gut geeignet, da er seinen Job echt ernst nimmt. Nachdem es beinahe ganz dunkel ist vernimmt Nico spitze Schreie die ich zuerst gar nicht höre und wir sehen hunderte Fledermäuse die dicht über dem Wasser die Insekten abernten. Die Fledermäuse fliegen bis dicht an die Boote heran und drehen dann in waghalsigen Manövern ab. Über der Elbe fliegen Eulen auf der nächtlichen Jadgt. Heute ist einmal wieder mehr ein Tag an dem wir Tiere in freier Wildbahn erleben ohne das sich diese im geringsten von uns gestört fühlen. Wir sind im Einklang mit der Natur. Nico by nightAuf dem rechten Bild sieht man leider nur wenig, aber mit ein bisschen Fantasie kann man die Massen an Insekten in der Luft sehen. Das war unsere erste Nacht in der wir im dunkeln paddeln und ganz ehrlich es war atemberaubend schön. Das einzige was uns leider nicht in den Sinn kam war die Tatsache das es schwer werden würde einen geeigneten Platz für ein Nachtlager zu finden was ja schon am Tage fast unmöglich war. So paddelten und paddelten wir Stunde um Stunde. Nico wurde langsam sehr müde und hatte kaum noch genug Kraft zum paddeln. Sekundenschlaf stellte sich ein. Wir beschlossen weiterzupaddeln und dabei nach einem geeigneten Plätzchen ausschau zu halten. Nach wenigen Minuten sehen wir Lichter am Horizont und hören ein starkes rauschen. Oh nein….schon wieder eine Staustufe. Das schaffen wir heute nicht mehr. Trotzdem verschaffen wir uns vorerst einen Einblick und begutachten die Möglichkeiten des Umtragens. Keine Chance nichts zu sehen.  Es ist zu dunkel. Wir sehen eine Schleuse und links einen Anleger. Dieser scheint für kleine Boote zu sein. Wir legen an und steigen aus. Ein Privatgelände, aber keiner da. Ich laufe nach vorne zum Tor in der Hoffnung einen Vereinnamen oder ähnliches und ggf eine Telefonnummer zu entdecken. Mit meinen sehr überschaubaren Kenntnissen der tschechischen Sprache entdecke ich ein Schild das vermuten lässt das es sich um das Gelände eines Freizeit oder sogar Wassersportvereins handelt. Da Nico am Ende ist und auch das umtragen im dunkeln nicht möglich scheint entschließen wir uns auf dem Gelände gut sichtbar zu zelten und packen nur das nötigste auszupacken. Zelt, Isomatten, Musucbag, Schlafsack und etwas zu essen. An diesem Abend gibt es Knäckebrot und Dosenfisch. Wir sind zu KO um zu kochen und da wir nicht wissen ob jemand kommt um uns zu verscheuchen wollen wir nicht mehr als unbedingt notwendig auspacken. Hunger haben wir aufgrund der großen Anstrengungen eh nicht wirklich. Ein großer Fehler wie sich noch später herausstellen wird. Zelte an der LabeAm nächsten Morgen werden wir aus Angst illegal zu campen sehr früh wach und die Sonne begrüßt uns mit ihrem schönsten Gesicht. Was für ein Start in den Tag. Gerade als wir anfangen wollen die Zelte abzubauen bemerken wir das an unseren Campfeuer Tunnelzelten die mittleren Stangen jeweils über Nacht gebrochen sind. Na fantastisch.

Tag 3 – 26.05.2014

Tag 3 hat begonnen und unsere Zelte die uns noch weitere 11 Tage beherrbergen sollen sind bereits kaputt. Was sollen wir machen. Notdürftig flicken wir die Stangen mit Nicos Gaffetape und erkunden noch kurz das Gelände das am Abend noch nur durch Laternen beleuchtet war. Es gibt ein sehr einfaches Plumpsklo ohne Tür mit offener Sicht auf zwei Tennisplätze, eine Kletterwand und offensichtliche Bootshäuser. Wir packen die Zelte schnell zusammen und räumen die Kajaks wieder voll. Stange gebrochen Campfeuer TunnelzeltFrühstück…..Fehlanzeige…Keine Zeit und ein bisschen Bammel entdeckt zu werden. Nicht das wir dafür nicht bezahlt oder bescheid gesagt hätten aber wir hatten keine Möglichkeiten und wollten nicht den Anschein erwecken das wir mit Absicht da gecampt hatten. Kaum waren die Boote wieder auf dem Anleger und fertig gepackt ging das Tor auf und ein Herr im Traktorrasenmäher fährt aufs Gelände. Puh das war knapp, aber nun sahen wir aus als hätten wir nur kurz eine Pause auf dem Anleger gemacht. Ich beschließe mit Nico alles auszukundschaften und Nico übernimmt den Landweg und checkt das linke Ufer hinter dem Vereinsgelände. Dieser Weg ist extremst weit ca. 1,5 Km über Firmengelände, viele Straßen und einen schmalen Fußweg auf der Brücke zum rechten Ufer. Das wäre die allerletze Möglichkeit wenn wir nichts anderes finden. Auf der anderen Seite erkunde ich die Schleuse. Hier gibt es Häuser und morgends sah ich dort Menschen herumlaufen. Ich fahre vor die Schleuse und Hupe zweimal laut. Das kenne ich noch von der Elbe in Hamburg. Nichts passiert. Nach etwa 5 Minuten ausharren kommen 3 tschechische Herren an die Schleuse. Sie unterhalten sich und obwohl sie auf mich zukommen würdigen sie mich keines Blickes, als wäre ich gar nicht da. Ich fühle mich schwerst ignoriert bis nach etwa weiteren 5 Minuten ein jüngerer Herr auf mich zukommt und mir in einer Mischung aus tschechisch, englisch und Hand und Fuß erklärt das das vordere Schleusentor defekt sei, wir aber über das Betriebsgelände umtragen dürfen. Aaaaah die drei haben diskutiert über Möglichkeiten. Sehr nett. Er bietet uns sogar die Hilfe der Drei beim tragen an. Kurz Nico informiert und raus aus dem Kajak. Alles voller sehr obskurer Spinnen am Ufer. Der jüngere Mann hilft mir das Kajak ein Stück die Steile Mauer hinaufzuziehen. Nico kommt an und ich helfe ihm. Kaum waren die Kajaks oben geht der Mann wieder weg und diskutiert erneut mit den anderen beiden. Schleusentor LabeEr musste feststellen was auch uns immer sehr beschäftigte. Die Kajaks sind verdammt schwer zu tragen. Ich rechne den Jungs ihren Lösungswillen echt hoch an. Es war sehr warm und auch ohne uns schienen sie mehr als genug zu tun zu haben. Nach einer Weile kam er zu uns zurück uns berichtete uns erneut vom defekten Schleusentor am Eingang der Schleuse. Aaaaber wenn er die Schleuse flutet könnten wir direkt in die Schleuse einsetzen und dann nach dem ablassen des Wassers hinten herausfahren. Es würde aber mehr als eine Stunde dauern. Das störte uns nicht angesichts der Tatsache das ein Umtragen vermutlich mindestens genauso lange dauern würde und deutlich mehr Kraft verschlingen würde. Und so warteten wir ab. Er öffnete die Ventile und gefühlt 40% Wasser und 60% Fische strömten in die Schleuse. Was für Brocken. Und alle spingen sie wild umher als wollten sie die 6 Meter hohe Schleusenmauer überspringen. Ein tolles Schauspiel. Nach etwa 30 Minuten war die Schleuse so voll wie es der Wasserspiegel auf der Oberseite nur zulässt. Er schloß die Ventile und die drei Männer halfen uns beim komplizierten einsetzen der Boote. Kompliziert da von der Oberkante zur Wasseroberfläche immernoch knapp 1,5 Meter zu überbrücken waren. Mit vereinten Kräften klappte es fantastisch und über die Leitern stiegen wir in die Boote. Die Sonne brannte und direkt auf  den Kopf und jetzt hieß es warten. Das Wasser floss erstaunlich langsam ab und so sanken und sanken wir immer weiter nach unten. Als das Wasser seinen Ausgangspegel erreicht hat klettert der jüngere Mann auf die Schleusenanlage und versucht mit viel Kraft das Tor aufzukurbeln. Nichts passiert. Er stemmt sich mit voller Kraft auf die Kurbel und nichts passiert. Die drei anderen kommen hinzu und versuchen es mit vereinten Kräften. Wir befürchten das schlimmste. Wenn sie es nicht schaffen das Tor zu öffnen, dann muss erneut geflutet werden. Die Kajaks nach der Aktion noch zu umtragen wäre der Supergau gewesen. Nach knapp 30 Minuten mit viel Schweiß und Kraft haben es die Männer dann doch geschafft das Tor einen Spalt zu öffnen, gerade breit genug um herauszufahren. Was für ein Glück. Wir bedanken uns in aller Form und bekommen noch ein paar tips zur Strecke mit auf den Weg. Ja, das erwähnte Wildwasser machte uns schon eine Weile Sorgen und wäre die Schleuse nicht gewesen, dann wäre wir ggf. noch nachts ins Wildwasser geraten. Das wäre möglicherweise sehr gefährlich geworden. Gut das es nun strahlenden Sonnenschein gab. Nach einigen Kurven der Labe und riesigen Baumstämmen und Felsbrocken den wir ausweichen mussten kamen wir an eine Stelle wo der Fluss sehr unruhig wurde. Nicht ganz Ideal für  Meter lange Tourenkajaks. Also in die Hände gespuckt und hinein ins Vergnügen. Laut Faltbootwiki gab es den Hinweis das das Wildwasser sehr stark ist und man die schwierigsten 500 Meter besser umtragen sollte. Das machte uns etwas Angst aber wir waren auch sehr gespannt und wollte da durch. Im schlimmsten Fall hätten wir baden gehen müssen….das war bei den Temperaturen sicherlich eh ganz nett. Und so wagten wir es. Eigentlich sollte es ein Video mit der Gopro zu diesem Wildwasser geben, doch um Akku zu sparen habe ich die Fernbedienung deaktiviert und Nico hätte manuell starten müssen. Da wir aber direkt nach der Kurve mittendrin waren wäre das zu gefährlich geworden. Etwas traurig sind wir deswegen schon. Es war fantastisch. Die Boote waren super stabil im Wasser. Ständig waren wir halb unterwasser und halb hoch in der Luft. Das kühle Nass erfrischte uns hervorragend und nach knapp 5 Minuten war auch alles schon wieder vorbei. Es war so toll das wir am liebsten die Boote noch einmal zurückgetragen hätten um das ganze noch einmal zu machen. Aber wir haben ja keine Zeit. Jetzt wird die Labe wieder deutlich ruhiger und wir folgen den auf dem Wasser schwimmenden Pollen, da diese immer die schnellste Strömung in der Elbe markieren. Eine schöne Taktik die viel Kraft sparen kann. Es ist früher Nachmittag und es geht rapide herab. Mir schmerzt der kopf und auch die Nieren tun weh. Ich habe wahnsinnigen Durst und kann nicht aussteigen. Ich habe nichts zu trinken und Nico hat noch vom Vortag eine Cola die ich an einem Kiosk gekauft habe. Diese ist jedoch in der vorderen Luke nicht zu finden. So ein Mist. Ich merke ich bin völlig dehydriert. Nach einigen Kilometern entdecken wir einen kleinen schäbigen Anleger aus alten Brettern. Ich muss aussteigen und wir müssen die Getränke finden. Mir wird schwarz vor Augen und ich entschließemich dazu mich etwas hinzulegen. Die Schwimmweste unter dem Kopf schlafe ich auf dem Anleger fast 30 Minuten. Mir geht es mies. Nico hat die Cola gefunden und tritt diese an mich ab. Die Cola schmeckt wiederlich süß und ich habe Mühe diese runter zu bekommen. Am liebsten wäre mir frisches klares Wasser gewesen. Aber ich musste nehmen was da war. Nach etwa 40 Minuten stiegen wir wieder ein in der Hoffnung bald an einen Ort zu kommen an dem wir einkaufen und uns dringendst mit Getränken eindecken können. Fehlanzeige. Am Nachmittag zieht der Himmel wieder zu. Wir kommen nach Tynec nad Labem. Einfahrt TynecDie ersten Häuser wirken nicht als könnte man irgendwo anlegen und am Horizont entdecken wir erneut ein großes Wehr. Mit mir geht es auf einmal rapide bergab. Mir ist übel, die Nieren schmerzen, ich habe wahnsinnigen Durst und der Kopf tut weh. Wir vermuten einen schweren Sonnenstich und Dehydration. Nico geht es ähnlich aber doch noch deutlich besser als mir. Wir kommen an der Schleuse an und müssen feststellen das auch hier weit und breit niemand ist der das, zumindest deutlich moderner als die vorherigen Schleusen anmutende Bauwerk, bedienen kann. Hier angekommen falle ich quasi aus dem Kajak und lege mich auf den nackten Beton. Mit der Schwimmweste als Kissen schlafe ich ein während Nice händeringend die Gegend abläuft nach einer Untragemöglichkeit und ggf etwas zu trinken. Er findet hierbei den direkt am Wasser gelegenen Campingplatz der Marina von Tynec nad Labem und einen Kiosk und besorgt zwei Flaschen mit Selter und Himbeerbrause. Das tut gut. Ich merke das mein Körper rebelliert und die Nieren schmerzen immer mehr. Nico erklärt mir die zwei Optionen. Nummer eins….wir heben die Kajaks aus dem Wasser und tragen diese die knapp 450 Meter zum Campingplatz. Option Nummer 2….wir paddeln auf die andere Seite, umtragen deutlich weniger und paddeln direkt zum Campingplatz. Trotz das die freundlichen Herren vom Campingplatz tragen helfen wollen entscheiden wir uns für Option 2. Am Schleusenturm angekommen bricht mein Kreislauf zusammen und ich muss mich am Schleusenturm hinsetzen. Nico bittet mich darum sitzen zu bleiben und zieht derweil die Boote alleine am Turm vorbei. Ich breche vor Verzweiflung und Schmerzen zusammen. So mies ging es mir noch nie. Erstaunlich was Nico auf einmal für Kräfte entwickelt hat. Es beginnt zu regnen und Nico hilft mir ins Boot. Die Strecke zum Campingplatz ist ein Klacks wenn es einem gut geht. In dieser Situation war ich völlig am Ende. Wir steigen aus und ziehen die Boote das Ufer hinauf. Alles für Boote gemacht. Das trift sich gut. Oben angekommen friere ich nur noch und kann mich kaum bewegen. Nico baut die Zelte alleine auf mit seiner letzten Kraft. An diesem Abend wird nur das nötigste ausgepackt und dann geschlafen. Nico in Tynec

Tag 4 – 27.05.2014

Die Nacht war hart und ständig wachte ich mit starken Schmerzen auf. Nico ist schon wach und hat angefangen die Kajaks ein wenig auszupacken und das Camp mit unserem Tarp vor dem ständigen Regen zu schützen. Ich kann mich kaum bewegen. Dank meinem Musucbag kann ich meine Beine unterschiedlich anwinkeln und meine Position ändern wenn ich es nicht mehr aushalte. Mir ist extrem übel und der Kopf tut weh. Die Nieren schmerzen und ich kann nicht einmal sitzen. Da ich nichts essen kann ist Nico so lieb und versorgt mich mit Trinken. Gegen Nachmittag läuft Nico in die nahe Stadt und schaut sich nach einer Einkaufsmöglichkeit um. Er bringt mir Gummibärchen und Gurke mit. Das einzige was ich mir gerade vorstellen kann zu essen sind die Gummibärchen und ein paar Walnüsse. Die Schmerzen werden immer heftiger und ich liege in Tränen im Zelt. Mir ging es noch nie so mies. Gegen Nachmittag entscheiden wir uns dann dazu die Tour abzubrechen und ich rufe Karo an. Natürlich ist es nicht leicht mitten in der Woche in Tschechien abgeholt zu werden, schon gar nicht da Karo ja auch arbeiten musste. Karo hatte volles Verständnis und sagte uns die Abholung am Donnerstag zu. Es war gerade einmal Dienstag und ich wusste nicht einmal wie ich diesen Tag überleben sollte mit den Schmerzen und ich war mehrfach drauf und dran Nico zu bitten einen Krankenwagen zu rufen. Die Enttäuschung war extrem groß. Ein Jahr hatte ich an der Tour geplant und organisiert. Viele nette Menschen haben uns supportet und dann am dritten Tag so ein Totalausfall. Gegen Abend rief Karo an und sagte uns zu das sie sogar schon am Mittwoch kommen wird nach der Arbeit. Was für eine Erleichterung. Ein Tag weniger im Zelt liegen mit diesen Schmerzen. Gegen Nachmittag gab Nico mir eine Marokkanische Brause-Schmerztablette, Paracetamol. Mit Mühe bekomme ich das ekelhafte Getränk herunter und siehe da nach knapp 30 Minuten waren die Schmerzen deutlich weniger und ich konnte seit 1 1/2 Tagen zum ersten Mal wieder sitzen. Was für eine riesen Erleichterung. Die Euphorie war so groß das ich jetzt doch ans weitermachen dachte. Aber da ich immernoch nichts essen konnte war das leider zu diesem Zeitpunkt keine echte Option. Musucbag Der Abend verlief so zumindest viel entspannter und ich konnte mich zum ersten mal seit 1 1/2 Tagen wieder mit Nico unterhalten. Zuvor fiel mir jeds Wort schwer und wer mich gut kennt weiß das ich gerne und viel rede. Das war auch der Punkt der Nico am meisten Sorgen bereitet hatte. Ich war zumindest wieder zu 40% da. An diesem Abend konnte ich gut schlafen und Nico auch da er doch um Längen beruhigter war. Er baute in der Mitte unseres Lagers noch seinen Spirituskocher auf und kochte sich ein Nudelgericht. Gegen 22 Uhr ging es schon ins Bett. Viel zu KO von dem Kampf mit den schmerzen schlief ich ein.

Tag 5 – 18.05.2014

Mir geht es deutlich besser, auch ohne Schmerztablette. Zur Sicherheit nehme ich aber doch eine um den Tag nutzen zu können. Abends zwischen 22 Uhr und 02:00 Uhr will Karo da sein um uns abzuholen und wir wollen vorher unbedingt noch duschen und kurz in die Stadt. So wie es mir jetzt ging war das durchaus denkbar. Thomas Tynec nad labem

Jetzt am frühen Vormittag konnte ich mein erstes Nudelgericht essen. Es schmeckte furchtbar aber ich hab es aufgegessen. Ich brauchte nach fast 4 Tagen ohne Essen jetzt was im Magen. Ich merkte wie es mir deutlich besser ging. Nach der Dusche zog wieder schlechtes Wetter auf. Das ging hier oben so schnell das manchmal 2-3 Mal in der Stunde von 25 Grad und schönstem Sonnenschein und 15 Grad und schlimster Gewitterregensturm gewechselt wurde. Sehr ungewöhlnlich und schwer sich da dem Wetter anzupassen. Kaum wollen wir los in die Stadt beginnt es auch schon zu regnen. Zu weit um zurückzugehen und zu weit um aufzugeben. Also kurz untergestellt und abgewartet. Aber es wird nicht besser und wir sind mittlerweile beide schon recht nass. boot tynec nad labemWir entschlißen uns dazu durch den Regen weiter zu laufen. Laufen bedeutete bei mir zu diesem Zeitpunkt eher langsames gehen. Der Weg in die Stadt war sehr interessant und vor allem steil. So steil das uns richtige Sturzbäche auf der Straße entgegen kamen. Oben angekommen und völlig am ende der Kräfte musste wir feststellen das der Laden den Nico gefunden hatte nur bis 17 Uhr geöffnet hatte. Wir hatten es 17:06 Uhr und standen nach dem Aufsteig mitten in der Stadt. Eine schöne alte Stadt, aber bei dem Regen nicht so recht zu genießen. Vor allen Dingen hatten wir jedoch Hunger und Durst und wollten uns hier eindecken für den Tag und auch nach Möglichkeit noch einheimisch essen gehen. Einheimisch essen gehen ging schonmal gar nicht hier oben. Hier gab es einen geschlossenen Chinesen und siehe da einen chinesischen Tante Emma Laden. Hier gab es alles von Getränken, Essen, Snacks und sogar eine Fleischtheke. Was für ein Glück er hat offen. Wir kratzen unse letzten Tschechischen Kronen zusammen und kaufen groß ein. Alles was gut aussieht kommt in den Korb und an der Fleischtheke entdecken wir den besten Kasseler der Welt. Der musste mit. Wieder draußen angekommen staunten wir nicht schlecht. Abgesehen vom Dauerregen hatten wir immernoch viele Tschechische Kronen übrig und keinen Ort um diese auszugeben. Während des Rückwegs entdeckte ich ein kleines Schild mit der Aufschrift „Pizzeria! -> 300m “ dem wir in der Hoffnung folgten das diese nicht geschlossen ist. Um 4 Ecken herum fanden wir diese Pizzeria die auch gleichzeitig Lieferservice war im oberen Stockwerk einer für so einen kleinen Ort sehr großen und modernen Sporthalle. Nico Pizza

Erstaunlich wie freundlich und bemüht immer alles sind. Die Bestellung der Pizza war ein bisschen Glücksspiel, da alles natürlich nur auf Tshechisch auf der Karte stand. Die Preise waren wahnsinnig günstig. Große Pizza ca. 3,50 €. Nach einer Weile kam die Pizza und ich kann euch sagen, eine der besten Pizzen die ich je gegessen habe. Sehr dünn mit frischen und hochwertigen Zutaten belegt. Einfach fantastisch. Auch mit 2 Gläsern Cola und 2 Milchshakes konnten wir irgendwie unsere Kronen nicht loswerden und so gaben wir die letzten 60 Kronen als Trinkgeld. Mittlerweile hat es aufgehört zu regnen und wir machten uns auf den Rückweg zu den Zelten. Ich war nach der kurzen Tour ziemlich am Ende. Gleich in der Nähe des Sportzentrum erschraken wir. Mal sehen ob Ihr entdecken könnt was uns so unheimlich vorkam. Puppenkopf

Auf dem Rückweg haben wir noch viele Fotos gemacht und uns auch noch ein paar Stationen unserer Reise vom Ufer aus angesehen. Nach wenigen Stunden kam dann gegen 23 Uhr Karo und wir sind gemeinsam zurück nach hause gefahren.

Im Folgenden haben wir noch ein paar Impressionen an Bildern an diesen Bericht angehängt und hoffen das euch dieser Bericht gefallen hat.

Wir freuen uns sehr über Kommentare und hoffen die Tour in den nächsten Jahren erneut starten zu können um diese tollen Erlebnissen mit vielen Hochs und Tiefs noch einmal zu durchleben und am Ende die Tour nach Cuxhaven zu schaffen.

Wir waren natürlich sehr enttäuscht über den frühen Abbruch aber die Gesundheit geht immer vor und auch so sind Nico und ich uns sicher wahnsinnig viel erlebt zu haben. Wir haben als sehr gute Freund, als Team und als Partner immer zusammengehalten und uns gegenseitig unterstützt. So war diese tour für uns auch persönlich eine unschätzbare Erfahrung. Wir möchten noch einmal allen Supportern danken, der Firma Kaitts – http://www.Kajakprofi.de, Thomas Hoff von http://www.BBS-Brandschutzschulung.de sowie Christian Klein von http://www.gps-safer.eu für die tolle Unterstützung mit dem Live Tracking und Diebstahlschutzsystem für das Auto und die Kajaks. Ohne euch wäre die Tour niemals möglich gewesen und wir hoffen euch auch auf unseren nächsten Abenteuern wieder mit im Boot zu haben.

Thomas und Nico vom Kajakaction Team

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Für unsere Reise auf der Elbe im Mai 2014 habe ich mir lange Gedanken gemacht wie wir am besten Wasser abkochen oder unsere Verpflegung zubereiten können. Benzin oder Gaskocher nehmen im allgemeinen viel Platz weg, sind recht schwer und brauchen vor allen Dingen Brennstoff ! Da wir aber in den Kajaks jeden Platz brauchen werden und auch möglichst viel Gewicht einsparen möchten für diese lange Tour habe ich gegoogelt was das Zeug hält und bin auf den genialen Hobo Ofen von Jens Rethwisch gestossen ( http://www.instant-trout-company.de ). Jens war so lieb uns darüber berichten zu lassen und uns dafür auch alle Bilder und Vorlagen zur Verfügung zu stellen. Wir planen diesen genialen Ofen in den Kajakwetter armen Wintermonaten nachzubauen und werden euch dann darüber berichten.

Hobo Ofen von Jens Rethwisch

Hobo Ofen von Jens Rethwisch

Doch zuerst einmal, was ist ein Hobo Ofen und welche Vorteile bietet dieser ? Der Hobo Ofen wurde ursprünglich von den US Amerikanischen Wanderarbeitern genutzt als Kochstelle für unterwechs, da diese zumeist heimatlos waren und daher auch nur mit sehr geringen Habseligkeiten ausgestattet waren. Zu den damaligen Zeiten war es durchaus üblich hierfür alte Blechdosen, Kanister oder andere einfache Blechbehälter umzubauen um darauf kochen zu können. Im Internet findet man heute viele teure Modelle aus den abenteuerlichsten Materialien für extrem viel Geld ( 80€ ) aufwärts und sogar Anleitungen wie man aus den einfachen IKEA Besteckhaltern aus Edelstahl fertigen kann. Der Hobo Ofen hat den vorteil, das man nicht auf einen bestimmten Brennstoff angewiesen ist und daher fast alles nutzen kann, von Holz über Esbit Tabletten bis hin zu Papier und Pappe. Alles was brennt kann hier in Wärme verwandelt werden. Der Vorteil gegenüber einer offenen Feuerstelle ist sicherlich zum einen der stark begrenzte und gesicherte Brennbereich und zum anderen das schnelle und konzentrierte entfachen des Feuers mit der Möglichkeit direkt einen topf auf den Brenner zu stellen. Das alles mit einem extrem geringen Gewicht und Packmaß. Doch wie sieht so etwas im Detail aus ?

Einfacher Transport

Einfacher Transport

Zusammengepackt hat man nur ein paar Edelstahlplatten die laut Jens Rethwisch nur um und bei 220 Gramm wiegen. Dafür findet sich sicherlich in der kleinsten Ecke noch ein guter Platz. Um den Ofen aufzustellen braucht man am besten einen ebenen und gereinigten Platz ( alles brennbare sollte vorher ausreichend beiseite geschoben werden ) und schon kann die Montage beginnen.

Hobo Ofen Einzelteile

Hobo Ofen Einzelteile

Hobo Ofen einfach zusammenstecken

Hobo Ofen einfach zusammenstecken

Nach dem Zusammenbau braucht man nur noch ein bisschen trockene Ästchen, etwas Holz und schon kann es losgehen. Zum Entfachen am besten unten kleine Ästchen und Reisig oder trockene Gräser hineinlegen und oben das Holz drauf. Durch den Kamineffekt und den Windschutz entfacht sich das Feuer sehr schnell und im Nu könnt Ihr loskochen.

Hobo Ofen vorwärmen

Hobo Ofen vorwärmen

Das einzige was uns jetzt noch fehlt ist der Topf mit dem Wasser, oder was auch immer Ihr damit erwärmen möchtet.

Hobe Ofen von Jens Rethwisch

Hobe Ofen von Jens Rethwisch

Damit Ihr das ganze auch nachbauen könnt findet Ihr bei Jens Rethwisch auf der Seite http://www.instant-trout-company.de alle Vorlagen die Ihr dazu benötigt. Mit ein bisschen handwerklichem Geschick solltet Ihr das ganze in maximal einem ansonsten langweiligen Winterabend schnell nachgebastel haben.

Unser Fazit : Tolle einfache Bauweise, schnell zusammengebaut, leicht und klein im Packmaß, sicherer als offenes Feuer und vor allem deutlich schneller entfacht. Ein klasse Teil und bekommt daher von uns die Note TOP !!!!

(english) Outdoor cooking with a hobo

For our trip on the Elbe in may 2014 there was a lot of thinking about how to cook water and our meals. Fuel- or gascooker need lots of space and they need masses of fuel ! We will need as much space as possible in our kayaks and also want to save weight for a long tour like this. So I had to google and found Jens Rethwischs genius „Hobo oven“. ( http://www.instant-trout-company.de ) Jens was very kind to give us all informations to his project and also his pictures and templates to blog here about his oven. We are now planning to build one of these in the cold and rainy winterdays where we are not able to be on the water for our training. When we start building it, we will post everything here.

Hobo Ofen von Jens Rethwisch
Hobo Ofen von Jens Rethwisch

But at first let me tell you what a hobo oven is and what kind of advantage it will bring to you. The hobo oven was invented by Us american migrant workers with no home and no big possessions for cooking. In these days it was usual to use tin cans, canisters or even other tin containers. They did rebuild theses to cooking ovens. When you google hobo you could find masses of very expensive ovens made of exotic materials (100$ up ) and also DIY versions made of a IKEA cuterly holder. Hobo ovens have a great advantage in using any material that can burn like dry wood, esbit tablets and also paper. Everything that burns can be used to get temperature. Another big advantage is that using a hobo is saver than an open fire and getting it hot is very fast and save. Also you can directly put your cooking pot on it. And you´ll get all these advantages with a minimum of needed space and minimum weight for transport. But how does this look in detail ?

Einfacher Transport
Einfacher Transport

Packaged there are just some steelplates that only weight around 220 gramms (7,07 oz) like Jens Rethwisch said. You will find enough space anywhere for it. To assamble the oven you will need to have a smooth and clean surface without any burnable items near the oven. When you found a useful place you can assamble it.

Hobo Ofen Einzelteile
Hobo Ofen Einzelteile
Hobo Ofen einfach zusammenstecken
Hobo Ofen einfach zusammenstecken

If it is complete assambled you just have to fill in some dry wood, bough and some dry grass to light it. For the best outcome and a fast lighting it is useful to put the dry grass on the bottom, some bough on it and at last the dry wood. Due to the chimneyeffect and the windbreaker fire starts really quick and you can start cooking.

Hobo Ofen vorwärmen
Hobo Ofen vorwärmen

Only missing part is the pot with the water to boil, or waht ever you like to heat.

Hobe Ofen von Jens Rethwisch
Hobe Ofen von Jens Rethwisch

For building your own hobo oven like this you will find all detailed plans at http://www.instant-trout-company.de the website of Jens Rethwisch. If you are a bit talented in hand crafting you will be able to build one of these on a bouring winter evening.

Our fazit : very easy to build, quick assambling, very light and small for transportation, saver than open fire places and very quick lighting. Great idea, great templates and so this hobo is getting te note TOP !!!!